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Gästebuch 

 

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              Ralfs Gastkatzenseite

 

                                 Max

Nachdem im Frühling 1996 unverhofft meine Helena im zarten Alter von 4
Jahren an einem Herzinfarkt verstarb, sprach mich eine Kollegin auf
meiner Praktikumsstelle an. Ihre Nachbarin hätte im einem Loch in der
Wand eines verfallenen Hinterhofs hinter einer Dachrinne einen Wurf
junge Katzen gefunden. Dieser Hinterhof war seit Jahrzehnten ein
beliebtes Streunerrevier. Zwar war die Katzenmutter noch anwesend,
doch die alte Frau bemühte sich, wenigstens die Jungen irgendwie in
gute Hände unterzubringen. Ich sagte der Kollegin auf Arbeit, dass ich
2 Katzen nehme, sie teilte dies der alten Frau mit, und am nächsten
Tag fuhr ich nach Pankow, wo wir einfach 2 Babies aus der Höhle
nahmen. So kamen Max und Sammy zu mir, nicht die typische Methode der
Dosiwahl. Beide waren sehr scheu und ich bekam sie monatelang kaum zu
sehen, und hörte sie nur nachts durchs Zimmer schleichen. Aber ganz
langsam wurden beide zutraulicher, nisteten sich in einem alten
XT-Desktopgehäuse ein, kamen auch bei Licht zum Freßnapf und
beschlagnahmten bald das WG-Waschbecken als Ruheplatz, obwohl dort
immer etwas Wasser tropfte. Ob sie das an ihren Geburtsort hinter der
undichten Dachrinne erinnerte?


                                Sammy

Sammy war die deutlich scheuere der Geschwister. Auch nach unserem
Umzug ging sie trotz offenem Fenster über 3 Jahre nicht raus, sondern
saß auf dem Fensterbrett und schaute raus. Während sich Max zumindest
mal streicheln ließ, durfte ich das bei Sammy erst nach ihrer langen,
pflegeaufwendigen Krankheit. Seitdem mutiert sie allerdings zu einem
Schmusemonster sondergleichen. Auch wenn festhalten und auf den Arm
nehmen immer noch Tabuthemen sind.


                                Liza

Jaja, nach dem Umzug wollte ich Max und Sammy kastrieren lassen, sie
kamen ja so langsam in das Alter. Dumm gelaufen, hier angekommen ging
Sammy auf wie ein Hefeteig und bekam ein paar Wochen später 5 süße
Babies, die im Umland vermittelt wurden. Liza, eine der fünf, blieb
bei mir, sie hatte so was unwiderstehliches an sich. Jetzt hatte ich
eine pelzige Kleinfamilie, doch dabei sollte es nicht bleiben.


                          Stevie-Ray

Stevie-Ray stammt aus dem Ruhrgebiet von einer Reitstallkatze. Same
old story, die Besitzer kümmerten sich nicht, und so stand dann eine
der Reiterinnen da und sorgte für die Katzen. Stevie-Ray war der
Kleinste und Schwächste des Wurfs, mit Schnupfen, durch den er
letztendlich sein linkes Auge verlor. Als er ein Zuhause suchte konnte
ich ihm einfach nicht widerstehen. Und seitdem mischt er hier die
Alten auf und sorgt für Stimmung. Er ist der einzige Nichtfreigänger,
denn Stevie-Ray ist extrem zutraulich und mit seinem fehlenden Auge
ist mir das Risiko für ihn draußen zu groß. Dafür steht ihm der
geschlossene Innenhof zur Verfügung, was er reichlich nutzt.

Fotos und Text: Ralf Stelter

Homepage: www.d-core.de